Hintergrund

© VCD / Saskia Leckel

Die Bedeutung des Radverkehrs steigt. Dies zeigt sich in wachsenden Radverkehrsanteilen in vielen Städten und Gemeinden. Vielerorts hält die Radverkehrsinfrastruktur mit dieser Entwicklung jedoch nicht Schritt: bereitgestellte Flächen für den Radverkehr haben zu geringe Kapazitäten und geeignete Abstellanlagen am Wohn-, Ziel- oder auch Umsteigeort sind nicht in ausreichender Zahl vorhanden. Der Problemdruck wird sich, auch aufgrund neuartiger Fahrräder wie Elektro- und Lastenräder, Dreiräder sowie Fahrradanhänger weiter verschärfen.

Insbesondere seit der StVO-Novelle von 1997 gibt es für Kommunen eine Reihe relativ einfach umzusetzender Möglichkeiten, mehr Raum, attraktive Radwege und letztlich mehr Sicherheit für Radfahrende zu schaffen. Beispielhaft zu nennen sind hier Schutzstreifen, Fahrradstraßen oder die Öffnung von Einbahnstraßen. Diese Möglichkeiten werden aber nicht immer ausreichend genutzt.

© VCD / Saskia Leckel

Erklärtes Ziel der Bundesregierung ist es, den Ausstoß klimaschädlicher Emissionen in Deutschland bis 2050 um 60 bis 80 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990 zu reduzieren. In Deutschland ist der Verkehrssektor der zweitgrößte Verursacher von Treibhausgasemissionen. Vor diesem Hintergrund bedeutet die Erhöhung des Fahrradanteils am Gesamtverkehr eine Reduzierung des Energieverbrauchs und ist damit praktizierter Klimaschutz. Im Zuge der Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans 2020 wird ein Anteil des bundesweiten Radverkehrs von 15 Prozent an den insgesamt zurückgelegten Wegen für möglich gehalten (zum Vergleich: 2008 lag der Radverkehrsanteil bei 10 Prozent). Die Förderung des Radverkehrs kommt dabei allen Menschen zugute. Denn mehr Radverkehr heißt auch mehr Sicherheit im Verkehr, mehr Ruhe, bessere Luft und damit mehr Lebens- und Wohnqualität in Städten und Kommunen. Radfahren leistet zudem einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit der Bevölkerung.

Das Projekt

© VCD / Sabine Stanelle

Mit dem Projekt »Mehr Platz fürs Rad!« unterstützt und beschleunigt der VCD durch Wissenstransfer und Öffentlichkeitsarbeit die Fahrradförderung deutscher Städte und Gemeinden.

Es gibt nicht das EINE Konzept, welches eine Stadt von heute auf morgen mit DER perfekten Fahrradinfrastruktur ausstatten kann. Aber: gute Beispiele aus einer Stadt können auf andere Städte und Kommunen übertragen werden. Angepasst an die jeweiligen lokalen Gegebenheiten können sie zur Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur beitragen. Und nicht nur kostenintensive Maßnahmen bewirken viel. Bereits kleine Projekte mit schnellen Erfolgen können mehr Personen zum Radfahren bewegen.

Erprobte Good-Practice-Lösungen zur Vergrößerung von Radverkehrsflächen und zum Fahrradparken werden auf diesem Infoportal präsentiert. Mit Hilfe von Aktionen wird außerdem öffentliche Aufmerksamkeit für die jeweils angesprochenen Problematiken geschaffen und die Sensibilität für das Thema erhöht.

Ziele und Zielgruppen

Indem Fahrradfahrenden im Verkehrsraum mehr Platz eingeräumt sowie mehr und benutzerfreundliche Abstellmöglichkeiten bereitgestellt werden, wird die Attraktivität des Radfahrens entscheidend verbessert. Auch hinsichtlich der Verknüpfung mit anderen Verkehrsmitteln (Multimodalität) soll eine Verbesserung erreicht werden. Der Schwerpunkt liegt auf der Öffentlichkeitsarbeit und der aktiven Verbreitung der positiven Modellfälle in enger Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern und den VCD-Gliederungen vor Ort.

© VCD / Sabine Stanelle

Das Projekt richtet sich an verkehrspolitisch Aktive und Multiplikatoren sowie direkt an die Medien, die die Verbreitung der Ergebnisse unterstützen und zur weiteren Implementierung der vorgestellten Lösungen beitragen. Weitere Zielgruppen sind politische EntscheidungsträgerInnen, Verwaltungen und deren Fahrradbeauftragte. Mit fahrradpolitischen Netzwerken ist ein intensiver fachlicher Austausch angestrebt. Neben der Fachöffentlichkeit wendet sich das Projekt darüber hinaus mit dieser Internetseite an eine interessierte Öffentlichkeit.

Download

VCD-Projektvorstellung »Mehr Platz fürs Rad!« (Februar 2016, pdf, 1,25 MB)

 

DIESES PROJEKT WIRD BIS ENDE 2016 GEFÖRDERT VON: