Radfahren in der Einbahnstraße

  • © VCD LV Hessen / Daniel Sidiani
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Einbahnstraßen stellen für Radfahrende oftmals ein Hindernis dar, verhindern sie doch direkte und schnelle Verbindungen, so dass Lücken im Radverkehrsnetz entstehen. Umwegempfindliche Radfahrende fahren daher manchmal regelwidrig entgegen der Einbahnrichtung auf der Fahrbahn oder dem Gehweg. Seit der StVO-Novellierung von 1997 ist es jedoch möglich, Einbahnstraßen entgegen der Fahrtrichtung für den Radverkehr zu öffnen.

Ort:
Frankfurt am Main (Hessen)
Einwohner:718.000
Radverkehrsanteil:13 %
Kennung:Einbahnstraße

Auch in Frankfurt werden Einbahnstraßen entgegen der Fahrtrichtung für Radfahrende freigegeben (derzeit ca. 600 km). Da der Eindruck bestand, dass durch die reine Freigabe-Beschilderung die Aufmerksamkeit der Kfz-Fahrendenden gegenüber entgegenkommenden Radfahrenden nicht hoch genug ist, entschied das damalige Ordnungsamt (heute Straßenverkehrsamt), zusätzlich Piktogramme auf der Straße zu markieren. So wird nicht nur der Verkehr allgemein auf die entgegenkommenden Radfahrenden aufmerksam gemacht. Auch die Radfahrenden werden so auf der richtigen Spur gehalten.

Auffällig ist, dass Unfälle im Bereich von Hauptstraßen zurückgegangen sind, seitdem Fahrradpiktogramme in den freigegebenen Einbahnstraßen markiert werden. Dies ist zum einen darauf zurückzuführen, dass Radfahrende vermehrt das Nebennetz mit den Einbahnstraßen nutzen. Zum anderen wird der Radverkehr sichtbar als „auf der Fahrbahn in Gegenrichtung gewünscht“ wahrgenommen. Auch Gehwege werden so entlastet, da Radfahrende, die sich auf der Fahrbahn häufig nicht sicher gefühlt haben, nun wieder auf der Fahrbahn fahren.

Umsetzungsdauer:          fortlaufend
Jahr der Fertigstellung: seit 2004 fortlaufend
Kosten: 15 € / Piktogramm (nur Materialkosten)
Umsetzung: Straßenverkehrsamt (ehemals Ordnungsamt)
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